Der wissenschaftliche Dialog des eac findet in Tagungen statt, sei es in Fachtagungen zu einzelnen Themen (z.B. Ethik und Sport), sei es in Tagungszyklen zu übergreifenden Themen wie in den so genannten "Mainz Moral Meetings" (MMM).

Bei den „Mainz Moral Meetings“ handelt es sich um eine seit 2009 bestehende Tagungsreihe, die bisher in Zyklen von vier Tagessymposien einzelne Fragestellungen der Ethik anhand interdisziplinärer und internationaler Perspektiven fokussiert hat. Der erste Zyklus der Konferenzen (MMM 1-4) widmete sich einzelnen Normen frühchristlicher und antiker Ethik, während im zweiten Zyklus (MMM 5-8) Formen der Ethikbegründung, besonders im Zuge einer literarischen, nicht-argumentativen Reflexionsweise (narrative Ethik, doxologische Ethik) im Mittelpunkt standen.

Der aktuelle Zyklus (MMM 9-13) untersucht Fragen von „Ethik und Zeit“, wobei die klassischen Zeit-Perspektiven „Ethik der Erinnerung“ (MMM 10), „Ethik der Gegenwart“ (MMM 11) und „Zukunftsethik“ (MMM 12) die jeweiligen Schwerpunkte vorgeben.

Die Teilnahme an den Symposien ist für interessierte Gäste möglich.
Bitte nehmen Sie Kontakt auf mit Ruben Zimmermann.

Das MMM 13 zu "Zeitdimensionen der Ethik" findet am 06. November 2018 statt! Einzelheiten folgen in Kürze.


 

Tagung zur Relevanz der Bibel im ethischen Diskurs am 10.-11. November 2017

Biblical Ethics and Application

Does the Bible still play a role in a Christian’s daily life, in forming a moral character, in providing an orientation for the moral statements of Christian communities such as the churches, or even in social values and norms? Or can the biblical texts serve as a source of stimulation for forms of ethical thinking and reflection (e.g. narrative ethics, metaphorical ethics)? How can one refer to texts of the Bible in moral conduct and ethical debate? Where are the limits of such an application? The general issue will be approached from three different perspectives: 1) a text-immanent linguistic, narrative or rhetorical approach to describe the literary devices and signals whereby a text formulates a more generalized perspective. 2) A socio-historical approach to reconstruct the probable or intended impact of this text on the explicit readers, as well as early Christian or later discourses. 3) A hermeneutical approach dealing with the use of the biblical text in contemporary ethical debates interacting with current ethical theories or moral philosophy. The symposion is held in honor of Prof. Dr. Dr. Jan G. van der Watt, Hoogleraar Exegese van het Nieuwe Testament en Bronteksten van het Christendom, Radboud University, The Netherlands on the occacion of his 65th birthday. He developed pioneer work on Ethics in Johannine Literature, which will be of special interest in the symposion as well.

12. Tagung am 17. Mai 2017

Die Zukunft in der ethischen Reflexion

 „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben“, sagte angeblich Albert Einstein, dem aber zugleich das Zitat „Ich denke niemals an die Zukunft. Sie kommt früh genug“ zugeschrieben wird. Hat die Zukunft Relevanz für die Ethik? Wieviel Zukunftserwartung braucht die Ethik, und wo verliert sie sich an eine Ideologie? Der dritte Zyklus der Mainz Moral Meetings (MMM 9–13) des Forschungsbereiches Ethik in Antike und Christentum steht unter der Thematik Ethik der Zeit – Zeiten der Ethik. Nach der Beschäftigung mit der Bedeutung der Vergangenheit (MMM 10) und der Gegenwart (MMM 11) für ethische Reflexionen wendet sich der Blick nun auf die Zukunft. Dafür entgegen des o.g. Einsteinzitats ausgerechnet die Antike und damit die Vergangenheit zu betrachten, mag auf den ersten Blick verwundern. Es lässt sich aber schnell feststellen, dass utopische, dystopische, eschatologische und apokalyptische Zukunftsnarrative eine erstaunliche Beständigkeit über die Zeit hinweg aufweisen: Die damalige Zukunft ist in vielen Fällen bereits unsere Vergangenheit, doch heutige Zukunftserwartung wird durch ganz ähnliche Metaphern und Bilder in ihrer Furcht und Hoffnung bestimmt. Lässt sich aus Fehlern (und vielleicht auch Erfolgen) der Vergangenheit etwas für die Zukunft lernen? Die Zukunft legt dem Mensch die Verantwortung für die Folgen seiner Lebensweise auf, bleibt aber zugleich offen und vielfach unvorhersehbar. Vielleicht ist dabei gerade der Umgang mit dieser Unsicherheit und den vielfältig wirksamen Zukunftsvisionen ein ethisch zu reflektierender Bereich, zumal diese Visionen auf unsere gegenwärtigen Handlungsentscheidungen und Lebensweisen maßgeblich einwirken. Dieser Herausforderung stellt sich die Tagung, indem sie Zukunftsperspektiven der Vergangenheit und Gegenwart und ihre ethische Bedeutung ins Gespräch bringt: Je ein Vortrag stellt die Zukunftsdimension der alttestamentlichen und neutestamentlichen Ethik vor. Ein aktuelles Themenfeld kommt mit dem rechtsphilosophischen Vortrag zur „Möglichkeit der Normen“ in den Blick. Welche theologischen Optionen für eine Ethik der Zukunft bestehen, bringen die systematisch-theologischen Vorträge zur Sprache. Die Mainz Moral Meetings widmen sich ethischen Themen im Alten Orient, in der Antike und im Christentum. Von dort aus werden Brückenschläge zur gegenwärtigen Ethik-Diskussion u. a. durch die Einbeziehung von metaethischen Fragestellungen geleistet.

MMM 11 lockt über 60 Teilnehmer/innen

Wissenschaftler/innen unterschiedlicher Disziplinen haben am MMM 11 teilgenommen und über die Zeitdimension der Gegenwart im ethischen Reflexionsprozess nachgedacht.

11. Tagung am 11. Mai 2016

Ethik der Gegenwart

Wenn nun die Gegenwart in den Mittelpunkt des Interesses gestellt wird, so widmen wir uns der grundlegendsten Zeitform; denn mit der Gegenwart haben wir den Raum vor uns, in dem sich unser Leben faktisch vollzieht. Auch Vergangenheit und Zukunft können nur als Gegenwart, nämlich als vergangene Gegenwart und als zukünftige Gegenwart, zu unserem Lebens- und Gestaltungsraum werden. Allerdings droht gerade in ethischen Reflexionen die Bedeutung der Gegenwart zu Gunsten des Interesses an dem in der Zukunft liegenden (Handlungs)ziel unterbelichtet zu werden, das Hier und Jetzt wird damit zum Noch-Nicht degradiert. In diese Richtung formuliert auch der Philosoph Gerd Haeffner: „Was heißt: in der Gegenwart leben? […] Eine negative Antwort ist leicht gegeben: nicht in der Gegenwart lebt einer, der in der Vergangenheit oder in der Zukunft lebt, nicht in der Gegenwart lebt einer, der in der Phantasie statt in der Wahrnehmung lebt“. Wir sind offensichtlich unfähig, uns dem Gegenüber und seiner Präsenz zu öffnen, wenn wir uns nicht in der Gegenwart aufhalten. Unbewältigte Vergangenheit und Flucht in eine phantastische Zukunft scheinen zwei Seiten einer Medaille zu sein, die die Gegenwart nicht in den Blick bekommt. Der Verlust der Gegenwart bedeutet Verlust der Wahrnehmung des Gegenübers und seiner Bedürfnisse. Damit wird die Frage nach angemessenen Formen der Wahrnehmung der Gegenwart in dem Mittelpunkt des ethischen Interesses gerückt. Mit der Frage nach der Gegenwartswahrnehmung soll das Interesse an der Gestaltung der Zukunft nicht ersetzt, sondern fundiert werden: Welche Wahrnehmung der Gegenwart erlaubt es, die Zukunft realistisch in den Blick zu bekommen? Inwiefern leisten eventuell die biblischen Geschichten einen Beitrag zu einer Wahrnehmung der Gegenwart, die das Entscheidende in den Blick bekommt? 

 

am 11./12. Dezember 2015

Workshop Po/et(h)ik an der JGU Mainz 

Der Workshop an dem Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus unterschiedlichen Disziplinen (vor allem Theologie;Literaturwissenschaft und Philosophie) teilnahmen, ging dem Zusammenhang zwischen Poetik und Ethik nach. Die Konzeption der Tagung durch Tandem-Vorträge, Responses, interdsiziplinärem Podiumsgespräch trug der interdisziplinären Charakter der Fragestellung von Anfang an Rechnung. Es zeichneten sich gemeinsame Einsichten ab, etwa dass die Ausblendung der Frage nach der Relevanz antiker Phänomene für die Gegenwart überholt ist. Es wurde zugleich deutlich, dass die von den Teilnehmern geteilte Annahme, dass Ethik auf ästhetischer Wahrnehmung und Darstellung der Welt basiert,  kein Selbstläufer ist und einer hermeneutischen Reflexion bedarf. Ein Kriterium wurde etwa benannt und vor Ort erprobt: ästhetische Wahrnehmung führt in die Ethik, die veränderte Selbstwahrnehmung, dort wo sie das Andere/den Anderen mit einbezieht.

Zurückgeblickt werden kann auf einen Workshop mit englischsprachigen und deutschsprachigen Beiträgen von Wissenschaftler/innen aus D/B/NL/F, der Raum für intensive Diskussionen unter den Teilnehmer/innen jenseits von Sprachbarrieren und Disziplinen gab.

 

Prof. Dr. Jan Assmann auf MMM 10: Vertraue nicht auf die Länge der Jahre ....

10. Tagung am 2./3. November 2015

Ethik der Erinnerung

Handlungen werden vielfach erst im Rückblick bewertet und zum Gegenstand der Ethik. Dabei zeigt sich, dass besonders Fehlentscheidungen und Gewalthandlungen oft einen immensen Einfluss auf die Gegenwart ausüben, indem sie als Traumata und Schulderfahrung wirksam bleiben. Das MMM 10 rückt diese Retrospektive bei der Zeitdimension der Ethik in den Vordergrund mit Vorträgen von Prof. Dr. Jan Assmann (Konstanz, Ägyptologie/Kulturwissenschaft), Prof. Dr. Christoph Horn (Bonn, Philosophie), Prof. Dr. Matthias Konradt (Heidelberg, Neues Testament), Prof. Dr. Martin Walraff (Basel, Patristik) und Dr. Christine Schließer (Zürich, Theologische Ethik).

 

Am 26. und 27. Juni 2015

Tagung "Sport und Ethik"

Am 26. und 27. Juni 2015 fand die vom Forschungsbereich Ethik in Antike und Christentum (Prof. Roth und Volp) organisierte Tagung „Leistung und Erfolg in Sport, Kirche und Gesellschaft“ statt.

„Leistung führt zu Erfolg und Erfolg beruht auf Leistung“ – so lässt sich das Versprechen der bürgerlichen Gesellschaft ausdrücken: die eigene Arbeit und Leistung soll Maßstab der Statusvergabe sein. Dieser Maßstab scheint gegenwärtig in Auflösung begriffen zu sein. Demgegenüber scheint im Sport das Leistungsprinzip (noch) in seiner Reinform verwirklicht werden zu können: Der Sport etabliert eine eigene Welt, in der ein möglichst exakter Leistungsvergleich angestrebt wird. Könnte der Sport gerade als ein Reservat des Erlebens des Zusammenhangs von Leistung und Erfolg geschätzt werden, so überrascht die kritische Distanz vieler kirchlicher und theologischer Stellungnahmen zum sportlichen Leistungsprinzip: dem Sport wird sein Streben nach Leistungen geradezu vorgeworfen.

Ziel der Tagung war es, die unterschiedlichen Diskurse zum Sport aufeinander zu beziehen. So wurde von sportphilosphischer Seite die Frage nach dem speziellen Erleben des Sportlers in den Mittelpunkt gestellt, in ethischer Hinsicht das Leistungsprinzip des Sports untersucht und aus der Perspektive der Sportsoziologie die Spannung zwischen dem Ideal und der Realität des Sports bedacht. Einen Schwerpunkt bildete die historische Perspektive: die Frage nach der Verwendung von Metaphern des Sports bei Paulus und im frühen Christentum und – in umgekehrter Fragerichtung – die Frage nach der Bedeutung des Christentums für den Leistungs- und Fortschrittsgedanken wurden erörtert.

Eine Publikation der Tagungsbeiträge und weiterer Aufsätze zum Thema ist in Vorbereitung und wird erscheinen als: Michael Roth/Ulrich Volp (Hg.), Gut, besser, am besten.  Ethische und historische Reflexionen zu Leistung und Erfolg in Sport, Kirche und Gesellschaft, Leipzig 2016.  

 

9. Tagung am 22. Januar 2015

Die scheinbare Zeitlosigkeit der Ethik

Menschliches Handeln vollzieht sich in der Zeit. Die Zeitkonzepte beinflussen wiederum die Reflexion auf das moralische Handeln. Die Reflexion auf das Handeln erfolgt retrospektiv im Blick auf bereits vollzogene Handlungen, präsentisch im Blick auf Handlungsentscheidungen und prospektiv im Blick auf die Folgen. Gleichwohl  hatte die Aufklärung die Ethik streng an rationale Argumentation und das ethische Subjekt gebunden, so dass Fernhorizonte und Generationen übergreifende Aspekte aus dem Blick gerieten. Die Ethik wurde somit zu einem scheinbar zeitunabhängigen Unternehmen. Die Folgen dieser Reduktion sind nicht nur im konkreten Umgang mit Geschichte (z.B. Holocaust; Naturzerstörung) und Zukunft (z.B. demographischer Wandel, Klimaveränderungen), sondern auch im Fehlen meta-ethischer Kategorien der Beschreibung und Reflexion evident.

Es handelt sich um die erste Tagung von insgesamt vier zum Themenkomplex „Ethik und Zeit“, in denen jeweils programmatisch die Perspektiven von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in den Blick genommen werden. Die einführende Tagung dient dazu, den Rahmen abzustecken und die Dimensionen von Zeit in der Ethik insgesamt auszuloten.

 

8. Tagung am 12. November 2013

Doxologische Ethik

In MMM 8 soll über eine “Doxologische Ethik“ nachgedacht werden. Inwiefern wird im Sprechakt des Lobens eine Handlungsbegründung gegeben? Wer z.B. einen Hymnus auf die Schöpfung anstimmt, bekennt ihren Wert und fordert (indirekt) auch ihren Erhalt. Ein Gedicht oder Lobgesang hat deshalb sowohl eine Ausdrucks- als auch Appelldimension, zugleich aber auch einen weiteren Begründungszusammenhang, in dem der Hymnus einem Adressaten (z.B. dem Schöpfer) zugeeignet wird. Große Hymnen der Christentumsgeschichte wie das Magnifikat oder der sogenannte Sonnengesang des Franziskus haben deshalb zu Recht eine prägende Rolle in der Ethik gespielt. Auf dem MMM 8 sollen anhand unterschiedlicher Textbeispiele die Spezifika einer doxologischen Handlungsbegründung herausgearbeitet werden, die in den Horizont einer medial vermittelten ästhetischen Ethik verweisen.

 

7. Tagung am 23. Januar 2013

Mimetische Ethik

Das 7. Mainz Moral Meeting befasste sich mit der mimetischen Ethik. In dieser Form der Ethikbegründung steht die Anpassung des Selbst bzw. des Handelns an einer Person oder eines Ideals im Mittelpunkt. Mimesis wurde seit Platon als das angebrachte Mittel verstanden, sich an das Gute, das Schöne und das Wahre anzupassen. Auch bei Aristoteles war Mimesis ein Mittel, vom Werdenden weg und auf das Seiende zu zustreben, gerade weil das zu Imitierende im Bereich des Seienden zu finden war. Damit war Mimesis notwendigerweise eine Anpassung an das Gute und damit eine teleologische Bewegung. Das ethische Potenzial des Begriffs liegt also auf der Hand. Obwohl der Begriff Mimesis von modernen und post-modernen Denkern auch aufgenommen wurde, ist es das platonische bzw. neu- platonische Prinzip von Mimesis als Selbstbildung in Auseinandersetzung mit einem würdigen und tugendhaften Gegenüber, das in der Spätantike in jüdischen und christlichen Texten erscheint. Das- oder Derjenige, der als zu imitierender Maßstab begriffen wird, ist anhand seiner ethischen Qualitäten der Grund, weshalb bestimmte Handlungsweisen oder Lebensformen notwendig sind. Damit erhebt die mimetische Ethik einen Anspruch darauf, an grundsätzliche Wirklichkeiten geknüpft zu sein, und baut eine Ethik in die Ordnung der Dinge hinein. Beiträge dazu gab es diesmal von Johan Leemans (Leuven), Dr. Ron Naiweld (Paris), Prof. Dr. Nils Arne Pedersen (Aarhus), Prof. Dr. Eve-Marie Becker (Aarhus) und PD Dr. István Czachesz (Heidelberg).

 
6. Tagung am 26. Juni 2012
 

Narrative Ethik

Bei der Reflexion und Begründung von Handlungen im frühen Christentum begegnet nicht nur eine rationale Argumentation, wie sie sich etwa in frühen Traktaten findet; Erzählungen und Briefe greifen auf andere Argumentationsstrategien zurück, die es aufzudecken gilt. Dabei zeigt sich, dass die Sprachformen nicht nur unbedeutende Vehikel, sondern maßgebliche Ausdrucksmedien der Ethik darstellen. Moralische Reflexion durch Erzählungen, Metaphern oder in Hymnen vollzieht sich kategorial anders als durch Logik und Argument. Die Frage, worin genau die Differenz, worin Mehrwert oder Grenzen derartiger metaphorischer, narrativer, mimetischer oder doxologischer Ethiken bestehen, ist Gegenstand der Symposien. Auch in der neueren moralphilosophischen und (systematisch-)ethischen Diskussion sind Grenzen des Rationalen benannt worden, und es hat sich eine lebhafte Debatte entwickelt, wie auf andere Weise Wertediskurse geführt werden. Insbesondere zur „narrativen Ethik“ liegen inzwischen verschiedene Bände (Joisten; Hofheinz) und Einzeldarstellungen (Fischer) vor, an die das kommende MMM anknüpfen konnte. Im MMM 6 wurden zwei grundlegende Vorträge aus moralphilosophischer und literaturwissenschaftlicher Sicht zur narrativen Ethik gehalten. Zweitens wurden Chancen und Grenzen eines narratologischen Zugangs anhand einzelner Text- analysen zum Markus- und Matthäusevangelium ausgelotet. Schließlich wurden Erzählpassagen der Antoniusbriefe hinsichtlich ihrer ethischen Implikationen untersucht. 

5. Tagung am 17. Januar 2012

Metaphorische Ethik

Biblische Texte bedienen sich durchgehend einer metaphorischen Sprache, gerade auch in ethischen Zusammenhängen. Die Kirchenväter, etwa Johannes Chrysostomus, rezipieren diese Texte und reichern sie mit weiteren Metaphern an. „Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt“ - so eröffnet die Bergpredigt Jesu die grundlegende Lehre Jesu. Wie aber wird durch Metaphern ethische Überzeugungskraft erlangt? Wie wird gerade diese Sprachform zur Begründungsform einer ethischen Aussage? Wie unterscheidet sich einen metaphorische von einer rationalen Handlungsreflexion?

U.a. nahmen an der Tagung als Referenten Prof. Dr. Jens Herzer aus Leipzig,  Prof. Dr. Ekkehard Mühlenberg aus Göttingen und Prof. Dr. Christoph Gregor Müller aus Fulda teil.

4. Tagung am 2. Februar 2011

Tugend und Tugendbegriff in griechisch-hellenistischer Philosophie, biblischer, jüdischer und frühchristlicher Theologie

Das 4. Mainz Moral Meeting hat sich der Tugend und dem Tugendbegriff in Antike, Bibel und frühem Christentum gewidmet. Auch das 4. MMM strebte damit eine thematische Konzentration an und näherte sich dem Tugendbegriff aus unterschiedlichen Perspektiven.

 Von einer aktuellen Tugendrenaissance ist gegenwärtig die Rede, ja von einem Paradigmenwechsel hin zur Tugend, und dies nach Jahrzehnten offensichtlicher Tugendvergessenheit. Tugend und Tugendbegriff beherrschten von der Antike bis ins Spätmittelalter die ethische Theorie. Erst mit der Reformation traten andere ethische Leitbilder in den Blick und machten einen undifferenzierten Tugendbegriff verdächtig. Gleichwohl überlebte die Ethik der Tugend sowohl in der bürgerlichen Gesellschaft als auch in den christlichen Kirchen.

U.a. nahmen an der Tagung als Referenten Prof. Dr. Wilhelm Blümer aus Mainz, Prof. Dr. Maximilian Forschner aus Erlangen, Prof. Dr. Dr. Eckart Otto aus München und Christian Hengstermann aus Münster teil.

3. Tagung am 14. Juli 2010

 

Der Grundbegriff „Leib“/σῶμα und die Begründungszusammenhänge antiker christlicher Ethik

Die dritte Tagung im Rahmen der Mainz Moral Meetings setzte die begonnene Reihe von Versuchen fort zu bestimmen, was antike christliche Ethik ausmachte und sie begründete. Sie  befasste sich mit dem Konzept des menschlichen Leibes (σῶµα) und seiner Körperlichkeit mit seinen anthropologischen, theologischen, ethischen und kulturellen Implikationen.

U.a. nahmen an der Tagung als Referenten der Neutestamentler David Horrell aus Exeter (GB), der Systematische Theologe Frederick Aquino aus Abilene (USA) und der Züricher Neutestamentler Lorenzo Scornaienchi (I) teil. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus Deutschland, den Niederlanden, Südafrika, Großbritannien und den USA.

 

2. Tagung am 13. November 2009

„Leben zur vollen Genüge – Lebenskunst. Der Lebensbegriff als ethische Norm in Antike und Christentum“

Die zweite Veranstaltung der Tagungsreihe "Mainz Moral Meetings" stand unter der Überschrift  „Leben zur vollen Genüge – Lebenskunst. Der Lebensbegriff als ethische Norm in Antike und Christentum“.

U.a. nahm an der Tagung als Referent der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und stellvertretender EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider und Frau Prof. Dr. Maren Niehoff von der Hebrew University in Jerusalem teil.

 

1. Tagung am 8. Juli 2009
 

„Gut, Güter, Güterabwägung“

Die erste Veranstaltung der Tagungsreihe "Mainz Moral Meetings" stand unter der Überschrift "Gut, Güter, Güterabwägung" und befasste sich unter anderem mit der Frage, wie Güter- und Übelabwägung jenseits einer steilen Prinzipienethik einerseits und einer utilitaristischen Nutzenethik andererseits funktionieren kann.

U.a. nahm an der Tagung der südafrikanische Neutestamentler Jan G. van der Watt teil und referierte über "Goods, Values and Actions. A brief structural description of the process of action creation in New Testament Writings". Van der Watt ist Autor von mehr als 20 Büchern, Bibelübersetzer und Honorarprofessor an vielen theologischen Fakultäten weltweit. Er ist vor allem durch seine Arbeiten zum Johannesevangelium und zur Ethik des frühen Christentums sowie zur kontextuellen Exegese in Südafrika bekannt geworden.